03.06.2016, von Gerold Stabel

Für die THW-Jugend nach Japan

Helfer aus Bremerhaven nimmt für die THW-Bundesjugend an G7-Jugendgipfel teil. Hier ist sein Bericht.

Globale Politik zwischen Sushi und Origami

Ab dem 20. April ging es für mich, Gerold Stabel, für zehn Tage nach Japan. Was ich dort genau gemacht habe und was genau dies mit der THW-Jugend zu tun hat erfahrt ihr hier in meinem kleinen Bericht über den G7-juniorsummit, dem G7- Jugendgipfel.

Der Deutsche Bundesjugendring, dem die THW-Jugend angehört, suchte Anfang dieses Jahres vier Jugendliche und junge Erwachsene für die Repräsentation der Bundesrepublik Deutschland während des G7- Jugendgipfel. Die G7-Nationen, die sich aus den weltweit führenden 7 Wirtschaftsnationen zusammensetzen, haben sich seit einigen Jahren das Ziel gesetzt die Jugend bei ihren Verhandlungen ins Boot zu holen. Neben mir als engagiertes Mitglied der THW-Jugend wurden zudem drei weitere junge Menschen aus Jugendorganisationen aus dem Bundesgebiet ausgewählt um Deutschland 2016 als Delegierte zu vertreten.

Japan ist als austragende Nation der diesjährigen Verhandlungen auch Gastgeber des Jugendgipfels. Im Mittelpunkt der zehn Tage stand für die jeweils vier Teilnehmer aus jeder Nation das Ausarbeiten unseres Schlussdokuments zu den vier Themenfeldern „Bildung“, „Gleichberechtigung“, „Wirtschaft“ und „Umwelt“.

Um hierzu effektiv und zielführend zu arbeiten wurden wir einer der Gruppen zugeteilt, sodass in jedem Themenbereich ein Teilnehmer aus jedem Mitgliedsstaat vertreten war. Insgesamt hatten wir so die Möglichkeit während der ersten sieben Tage, die wir in Kuwana verbracht haben, zusammengenommen 12 Stunden an den uns zugeteilten Teilbereichen zu arbeiten.
Ich persönlich war im Themenfeld „Bildung“ involviert. Nachdem wir uns über die globalen Probleme im Bereich der Schulbildung ausgetauscht haben ging es leider aufgrund der viel zu kurz eingeplanten Erarbeitungszeitraum schon zum oberflächlichen Diskurs von Lösungsansätzen, die wir innerhalb von vier Stunden gründlich ausformulieren und auf passende und seriöse Quellen fundieren mussten. Zu guter Letzt stellten wir Forderungen auf, mit denen sich die Staats- und Regierungschefs bei den G7- Verhandlungen Ende Mai auseinander setzten sollen. Als Arbeitsschwerpunkt hatten wir uns in der Gruppe „Bildung“ vor alledem auf den Bereich „Zugang zu Schulbildung“ konzentriert. Konkret könnt ihr unsere Forderungen und selbstverständlich auch die der anderen Gruppen im Schlussdokument
1 nachlesen.
Das Schlussdokument haben wir im Anschluss dem Premierminister Shinz
ō Abe und der First Lady Akie Abe Japans, sowie weiteren Politikern des Landes überreicht. Der deutsche Botschafter in Tokio freute sich ebenfalls über einen Besuch der deutschen Delegation.
Leider mussten wir auf seine Anwesenheit während der Abschlussfeier verzichten, da parallel ein Bierfest zum 500-jährigen Jubiläum des deutschen Reinheitsgebots in Tokio stattfand.
Neben der inhaltlichen Arbeit haben sich die Gastgeber kräftig ins Zeug gelegt, uns das Beste der japanischen Kultur und Lebensweise aufzubieten. Neben dem herausfordernden Essen mit Stäbchen, dem traditionellen Teetrinken und dem, zu meinen Leidwesen, im Speiseplan immer wiederkehrenden Fisch gab es für uns auch vieles weitere zu entdecken. Ich konnte einen Kochkurs, die Reisterrassen von Kuwana, einen Technologiepark und andere Sehenswürdigkeiten besuchen. Besonders eindrucksreich war das Besichtigen der Millionenstadt Tokio. Origami stand genauso auf den Plan, wie der Besuch einer Ninja-Schule. Begleitet wurden wir stets durch Pressevertreter.
Während unseres Aufenthaltes in Japan lebten wir in Hotels, wobei wir für eine Nacht die Möglichkeit hatten in einer Gastfamilie unterzukommen und somit die persönlichen Bekanntschaften zu vertiefen. Ich persönlich fand den G7-juniorsummit in Japan spitzenmäßig. Als Delegierter konnte ich mein Wissen und meine Erfahrung zum Thema "Human Capital Development", sprich Bildung, einbringen und die Perspektiven der weiteren Teilnehmer aus den G7-Nationen kennenlernen und somit (m)einen Beitrag zum abschließenden Schlussdokument leisten. Auf der anderen Seite stand das Kennenlernen der japanischen Kultur und Lebensweise auf dem Programm. Dies rundete den Besuch ab und ließ mir spannende und erfahrungsreiche Erinnerungen.

1Unser gemeinsames Schlussdokument ist hier zu finden (Thema Bildung ab Seite 10): https://www.unicef.it/Allegati/Kuwana%20Junior%20Communique_final.pdf

Während unserer Zeit in Japan hat das deutsche Team einen Internetblog geführt. Dieser ist hier zu finden:
http://g7juniorgipfeljapan2016.blogspot.de/ 


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