Orkanszenario in der Küstenregion mit anschließendem Hochwasser. Rund 50 unserer Helferinnen und Helfer wurden kurz vor Beginn mit dem ausgelösten Katastrophenalarm und der Meldung über Stromausfälle in die Übungssituation eingeführt.
Die Bandbreite der Szenarien war enorm, um unsere vielseitig geschulten Kräfte in allen Bereichen zu fordern. Ein besonders realistisches Szenario war die technische Rettung eines PKW, der unter einem umgefallenen Baum nahezu begraben stand. Hier mussten wir mit Kettensäge und hydraulischer Rettungsschere den Baum zerlegen und das Auto öffnen, um ein schwer verletztes, bewusstloses Unfallopfer (eine Puppe) zu bergen und an den Rettungsdienst zu übergeben.
Parallel dazu lag unser Fokus auf dem Hochwasserschutz und der Logistik. Wir errichteten einen Hochwassersteg an der DLRG-Unterkunft, pumpten eingedrungenes Wasser am Morgensternmuseum mit mobilen Pumpen ab und befüllten in der Halle von Bremenports Hunderte Sandsäcke mit einer neu angeschafften Sandsackfüllmaschine. Außerdem stellten wir sicher, dass ein Fluttor mithilfe von Notstrom geschlossen werden konnte.
Die Übung forderte uns auch in den Bereichen Autarkie und Koordination. Wir verwandelten unsere Unterkunft in der Batteriestraße mit Notstromaggregat, Zelten und Feldbetten in unser Basislager für 24 Stunden. Unser Führungsstab sorgte in der Verwaltungszentrale dafür, dass alle Meldungen zusammenliefen und die gleichzeitigen Übungen optimal koordiniert wurden. Wie unser Zugführer Christoph Basch betonte, war es entscheidend, in dieser Katastrophensituation zu lernen, selbstständig in einer bestimmten Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Passend zur Simulation nutzten wir eine echte Sturmwarnung am Samstag, um das Erhöhen des Geestedeichs mit Sandsäcken unter Wind und Regen zu üben – also unter extrem realistischen Bedingungen. Zuletzt mussten wir unser Können bei der Suche nach einer vermissten Person im Bereich Stotel unter Beweis stellen.
Nach dem anstrengenden Training resümierte unser stellvertretender Ortsbeauftragter André Schröder: „Wir werden die Übung auswerten, um zu sehen, wie wir noch besser werden können. So sind wir im Ernstfall wirklich einsatzfähig“. Trotz der Anstrengung waren wir uns alle einig: Das Training war ungeheuer motivierend und hat uns sehr viel Spaß gemacht.
Wir sind stolz auf unser Team und danken allen 50 Helferinnen und Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz!
Der Erfolg einer solchen Großübung steht und fällt mit der hervorragenden Zusammenarbeit der Blaulichtfamilie und weiterer wichtiger Partner. Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für die großartige Unterstützung bedanken, die es uns ermöglichte, die Übung so realitätsnah und logistisch anspruchsvoll durchzuführen:
Bremenports, für die umfassende Unterstützung im Bereich Hochwasserschutz. Durch die Bereitstellung der Hochwasserschutzhalle und der Flutschutztore konnten wir das Befüllen von Hunderten Sandsäcken mit der neuen Sandsackfüllmaschine sowie das Not-Schließen eines Tores realistisch trainieren.
Der Polizei Schiffdorf, in deren Zuständigkeitsbereich eine Nottankstelle für die Versorgung unserer Einsatzfahrzeuge in Betrieb genommen werden konnte. Dies simulierte erfolgreich die wichtige logistische Herausforderung der Treibstoffversorgung im Katastrophenfall.
Dem DLRG Bremerhaven, die uns ihr Gelände für diese Übung überließ. So konnten wir unter anderem den Bau eines Hochwasserstegs üben.
Dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) für die Stellung der Feldbetten für unser Basislager.
Den Johannitern Bremerhaven für Ihre Teilnahme bei der Übung.
Bilder zur Meldung
Hinweis
Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.