Bremerhaven, 31.03.2021, von André Schröder

Seit einem Jahr liefert das THW in der Pandemie dringend benötigte Ausstattung im Auftrag der Stadt Bremerhaven

Das Technische Hilfswerk (THW) betreibt seit zwölf Monaten die Verteilung von Corona-Schutzausstattung an Bedarfsträger in der Stadt. Einsatzkräfte des THW haben seither mehr als 6.000 Einsatzstunden für die Notbedarfsdeckung geleistet.

Am 1. April 2020 gab es den ersten Einsatzauftrag vom Krisenstab der Stadt Bremerhaven an das örtliche THW. Die damals in Norddeutschland angekommene Corona-Pandemie hatte dafür gesorgt, dass medizinische Schutzausstattung und Desinfektionsmittel für Bedarfsträger wie Alten- und Pflegeheime, aber auch für Krankenhäuser, Arztpraxen und Notfalldienste am freien Markt nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Der Krisenstab der Stadt nahm seiner Zeit die Organisation in seine Hände. Mit der Lagerhaltung und Verteilung betraute man das THW Bremerhaven - die Corona-Logistikdrehscheibe war geboren.

Das Gesicht hinter der Drehscheibe ist seither vor allem Dennis Bruns. Der ehrenamtliche Gruppenführer vom THW Bremerhaven ist gelernter Logistiker und kümmert sich seit inzwischen zwölf Monaten beinahe täglich darum, dass Waren aus Zentrallagern abgeholt, erfasst und eingelagert werden, um dann später, sobald ein Auftrag vom Krisenstab der Stadt eingeht, an die Bedarfsträger ausgeliefert werden zu können. 

Inzwischen hat Dennis Bruns so ziemlich alles an Ausstattung in seinem Lager gehabt, was im Zuge der Pandemiebekämpfung gerade gefragt gewesen ist. Angefangen von einfacher persönlicher Schutzausstattung, über CO2-Ampeln, bis hin zu Corona-Schnelltests. 

Zwischenzeitlich lagerten mehrere Dutzend Paletten mit Ausstattung in den Hallen des THW. Ein paar Zahlen verdeutlichen die über das THW in Bremerhaven umgeschlagenen Mengen: Rund 1,6 Millionen Schutzmasken, mehr als 100.000 Schutzanzüge und etwa 8.000 Liter Desinfektionsmittel gingen durch die Logistikdrehscheibe des THW. 

Inzwischen werden alle Ein- und Ausgänge digital erfasst. Gemeinsam mit anderen THW-Einsatzkräften, die ebenfalls beruflich mit dem Thema Logistik zu tun haben, ist eigens ein Computerprogramm zur Erfassung von Material, der Erstellung von Lieferscheinen und Beschickung von Liefertouren erstellt worden. 

Dabei kann es die Logistikdrehscheibe hinsichtlich der Lieferzeiten mit so manch einem Lieferdienst aufnehmen. Je nach Eilbedürftigkeit vergehen zwischen dem Eingang einer sogenannten Notbedarfsdeckung, also dem Auftrag aus dem Krisenstab, einen dringenden Fehlbestand, zum Beispiel in einem Altenheim, zu decken und der Auslieferung nur Stunden. 

Dennis Bruns kann sich dabei auf die Unterstützung seiner ebenfalls ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden vom THW Bremerhaven stützen. So können auch schon mal bis zu 15 Einsatzkräfte gleichzeitig im Einsatz sein, um Ware zu kommissionieren und in der Stadt auszuliefern. 

Fast immer dabei ist Daniel Jachens. Der 33jährige THW-Helfer kümmert sich meistens um die beinahe täglich anfallenden kleineren Auslieferungen. Mit einem eigens für den Transport umgerüsteten VW-Bus vom THW ist er inzwischen deutlich mehr als 1.000 Kilometer unterwegs gewesen, um die Waren an die Empfänger zu bringen. Zum Ende des Monats März werden rund 400 Aufträge abgearbeitet worden sein. 

Das THW, als die operativer Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes, unterstützt seit vergangenem Frühjahr bundesweit die Länder und Kommunen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Seine rund 80.000 Einsatzkräfte engagieren sich ehrenamtlich in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Über die gesamte Republik verteilt, sind sie in mehr als 660 Ortsverbänden organisiert. Der THW Ortsverband Bremerhaven, mit seinem rund 60 Einsatzkräften, hat sich seit dem Beginn der Pandemie nicht nur durch den Betrieb der Logistikdrehscheibe eingebracht. Bereits im März 2020 haben die Einsatzkräfte beim Aufbau der seinerzeit eingerichteten zentralen Anlaufstelle für Corona-Verdachtsfälle geholfen oder Ende 2020 das Bremerhavener Impfzentrum mit aufgebaut. 


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